Bocas del Toro: das karibische Surf-Mekka Panama’s

Die letzte Station meiner Weltreise führt mich nach Bocas del Toro – dem Surf-Mekka Panama´s auf der karibischen Seite. Bocas, wie man hier sagt, besteht aus einem Teil Festland und sechs größeren (Colón-Insel, Isla Bastimentos, Isla de Solarte, Cayos Zapatilla, Cristobal, Popa) sowie zahlreichen kleineren Inseln. Das tropische Klima, der Dschungel, das kristallklare Wasser, die Rastafaris und Reggae-Musik sorgen für echtes Karibikfeeling. Es gibt zahlreiche Surfspots, lustige Einheimische, tolle Strände und eine lebhafte Tierwelt auf den Inseln zu erleben. Hier kommen meine Reiseerfahrungen und ein paar Tipps zu Panamas Surf-Paradies.

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Die Surfsaison

Nach Bocas kommt man als Surfer am Besten entweder in der Wintersaison zwischen Dezember bis März oder in der Sommersaison zwischen Juli und August. Im Winter sind es eher Swells aus Nordosten und es kann hier echt groß werden. Als ich im März da war, hatte ich in der ersten Woche eher kleine Bedingungen aber in der zweiten Woche, gab es Double-Overhead Brecher! Das hat ordentlich Laune gemacht!

In der Sommersaison sind es eher Hurricane-Swells die von Mexico her kommen. Diese sind allerdings schwer vorhersagbar und man weiß nie so richtig wann genau es ballert. Zum Glück kann man auch an Panamas Westküste Surfen.

Insgesamt gilt Bocas als konsistenter Surfspot, mit guten und kraftvollen Wellen und einer karibischen Surferfahrung.

Bubbas House Steg

Anreise und vor Ort unterwegs

Am besten kommt man nach Bocas mit dem Flieger über Panama City. Ich hab mir von anderen Reisenden sagen lassen man kann von Deutschland über Amsterdam bzw. Frankfurt für 350,- bis 600,- € nach Panama und zurück fliegen. Von Panama City nimmt man am besten einen Flieger direkt nach Bocas. Dieser kostet ca. 100,- € und das ist sicher der bequemste Weg.

Als Alternative bleibt der Bus, der etwa 35,- € kostet. Die Fahrt dauert 11h und man kann sich entscheiden, ob man tagsüber oder durch die Nacht fahren möchte. Am Ende meiner Reise habe ich mich dagegen entschieden und bin mit der Propellermaschine nach Panama City geflogen, aber die Busfahrt kann auch bestimmt ganz abenteuerlich sein.

Zuvor bin ich aus Costa Rica von Puerto Viejo mit dem Bus angereist. Die Fahrt dauert ca. 4 ½ Stunden und kostet ca. 37,- € inkl. der Grenzüberquerung + Bootsfahrt nach Bocas. Die Grenzüberquerung ist ein echtes Erlebnis. Man steigt in Costa Rica aus, läuft mit seinem Gepäck 500m über einen Brücke über einen Fluss und fährt dann auf der anderen Seite weiter bis nach Almirante. Von dort aus kommt man nach ca. 30 min mit dem Schnellboot in Bocas an. Von Bocas aus kann man in ca. 5-15min alle umliegenden Inseln erreichen.

Vor Ort ist man zu Fuß oder mit Fahrrad unterwegs. In Bocas selbst gibt es mittlerweile auch Taxis. Allerdings kann man die 5min vom Flughafen in die Stadt auch locker zu Fuß gehen.

Zu den anderen Inseln und Surfspots kommt man mit einem der zahlreichen Wassertaxis. Auf Bastimentos hört man die Fahrer schon rufen: „Bocas, Bocas!“ Sehr klassisch vor Ort. Für 3-5 € wird man direkt zum Surf-Spot gefahren. Manchmal klappt es mit dem Abholen vom Surfspot nicht so richtig, aber dann muss man halt etwas warten und winkt ein anderes Boot heran. Am Besten bist du zu zweit oder in Gruppen unterwegs, dann lohnt es sich eher für die Fahrer.

Mit den Booten zu den Spots zu fahren erinnert mich an Indonesien und die Philippinen und begeistert mich immer wieder!

Die Menschen

Die Einheimischen in Bocas sind meistens freundlich, herzlich und entspannt. Es gibt sicher auch Ausnahmen aber das hat man ja überall. Die meisten leben vom Tourismus. Ich habe zwei Typen aus Bocas etwas besser kennengelernt. Der eine ist Bonti (leider nicht auf dem Bild). Er lebt seit über 30 Jahren auf Bastimentos und arbeitet hier als Handwerker. Ein Rasta-Mann wie er im Buche steht! Wir hatten ein paar witzige Abende mit ein paar Leuten und ordentlich Rotwein. Sein Akzent ist zum wegschmeißen. Er hat mir u.a. erklärt wie er in Bocas die Wellen abreitet: „Dude you gotta keep lickin´it and kickin´it and then lick it even harder!“ Dabei hat er wild mit seinen Armen die Bewegungen auf der Welle nachgeahmt. Danach hab ich ihn gefragt ob ich mal seine Rasta-Locken anfassen kann und er hat Nein gesagt! Er ist etwas abergläubisch und meinte sie könnten dann vielleicht abfallen. Ein echt witziger Typ!

An einem anderen Tag nimmt mich ein Rasta-Mann namens Tikki mit zurück von Carenero Point nach Bastimentos (Bild auf der Treppe). Es stellt sich heraus, dass Tikki Bontis Bruder ist. Er hat eine Schweizer Frau und geht machmal in der Schweiz arbeiten, um sein Geld in Panama zu investieren. Insgesamt sind es 8 Geschwister. Da war wohl jemand fleißig!

Naja jedenfalls sind meine Erfahrungen mit den Menschen vor Ort meist positiv auch wenn es wenige Ausnahmen gibt.

Das Essen

Zum Essen gibt hier typischerweise Reis mit Bohnen und Hühnchen/Schwein/Fisch und ggf. Salat. Hierfür zahlt man etwa 4-7€ pro Gericht. Das ist ganz lecker aber recht bald braucht man eine Abwechslung. Definitiv nicht zu vergleichen mit Feinschmeckerländern wie Japan zum Beispiel. Super ist, dass man leckere Papayas, Kokosnüsse und Bananen bekommt, die auch aus der Region kommen. Auf Bastimentos gibt es eine Schokoladen-Farm „Up on the Hill“ genannt. Dort gibt es tolle selbstgemachte Gerichte und die Schokobrownies sowie der Papaya-Saft sind der Hammer!

Ansonsten ist der amerikanische Einfluss in Bocas sehr groß und man bekommt ohne Probleme auch internationale Küche. Burger, Pizza, Pasta, Salate und sogar Sushi sind in den Restaurants auf der Hauptinsel erhältlich. Für solch eine Mahlzeit kann man dann schonmal ca. 6-15€ hinlegen. Bier kostet etwa 2€ und das lokale Balboa ist ganz lecker.

Bei den warmen Temperaturen hier muss man tierisch aufpassen, dass man nichts Falsches isst. Besonders bei verderblichen Produkten wie Obst, Gemüse und Salaten ist Vorsicht geboten. Darum folge dem Sprichwort: „Cook it, peel it or leave it!“ Da spreche ich aus Erfahrung.

Auch mit dem Leitungswasser solltest du vorsichtig sein. Vor dem Verwenden unbedingt abkochen und zum Trinken lieber gekauftes Flaschenwasser nehmen.

Übernachtungsmöglichkeiten

Da Bocas touristisch schon recht gut erschlossen ist, gibt es hier zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Cool ist, dass die meisten dieser bunten Häuser hier auf Stelzen gebaut sind und man häufig direkt am Wasser unterkommt. In Bocas Town findet man alles an Unterkünftigen was das Herz begehrt, nur keine großen Sternehotels: zum Glück. Da ich eher nur chillen und surfen möchte, komme ich ein paar Nächte in Bubba´s House auf Bastimentos unter.

Bubba´s House ist ein kleines Hostel direkt am Wasser und unmittelbar in der Nähe des Hafens von Isla Bastimentos. Man kann sich mit dem Wassertaxi entweder direkt zum privaten Steg fahren lassen oder geht zum nahenliegenden Hafen und spring dort mit rein. Die Unterkunft ist sauber, hat eine chillige Atmosphäre und die Preise für den Dorm sind mit ca. 15€ und für Privatzimmer etwa 35€ als fair zu betrachten. Es gibt nur leider keine Küche aber man kann dort Essen bestellen.

Wem das mit dem Essen zu teuer wird, der kann z.B. ins nahegelegene Hostel Bastimentos gehen. Hier gibt es 6er-Dorms ab ca. 10€ einen großen Aufenthaltsbereich mit vielen Hängematten und auch eine Küche. Die Sauberkeit hier lässt allerdings etwas zu wünschen übrig. Zu der Zeit als ich da war, waren extrem viele Deutsche in dem Hostel aber das ist auf Reisen heutzutage ja keine Überrachung mehr. Das coole ist, dass man auf dem Weg zum Hafen immer an den Einheimischen vorbeikommt und sich ab und zu ein Gespräch oder eine lustige Situation ergibt. Auf Bastimentos gibt es drei kleine Läden, wo man das nötigste an Lebensmitteln kaufen kann.

Auch auf der Nachbarinsel Isla Careneros gibt es Unterkünfte und man hat meist direkten Zugang zum Strand. Allerdings sollte man hier mit den Moskitos auspassen. Diese waren zu meiner Zeit echt eine Plage und ich war froh, nicht dort zu nächtigen.

Insgesamt ist der Standard in Bocas natürlich nicht auf europäischem Niveau und es kann schonmal sein, dass man auf den Inseln kurzfristig kein fließend Wasser bzw. Strom hat. Die wunderschönen Strände, der Dschungel und die tropische Surferfahrung entschädigen allerdings für vieles.

Die Surfspots

In Bocas gibt es zahlreiche Surfspots, die du hier auf dieser Karte findest. Für Anfänger ist Bocas allerdings nicht so geeignet, da die meisten Spots Reefbreaks oder ziemlich harte Beachbreaks sind. Ich bin meistens Carenero Point gesurft. Ein traumhafter linker Pointbreak, der auf das Reef von Carenero Island bricht. Wenn es groß ist, schaut man schön von der Lippe aufs Reef – also immer schön nach links weg fahren – sonst schepperts! Allein schon das Reinspringen in das warme und butterweiche Wasser macht einen Heiden-Spaß!  Es ging klein los und am Ende gab es Tage wo wir bis zu Double-Overhead-Wellen hatten. Hier war für mich das erste Mal, dass ich Leute direkt in der Barrel gesehen habe und selber fast in der Barrel war! Mit etwas Glück kannst du hier also den Surf deines Lebens haben.

Stefan von Travelonboards war auch schonmal auf Bocas und hat sich die Mühe gemacht alle Surfspots detailiert zu beschreiben. Daher hab ich mir gedacht, muss ich das Rad nicht neu erfinden und verweise auf seinen Surfspotcheck Bocas del Toro. Check it out!

Budget

Insgesamt gehört Panama mit Costa Rica zu den eher teureren Destinationen in Mittelamerika. Das Preislevel ist vergleichbar mit Costa Rica und man benötigt hier als Backpacker schon ca. 40-50€ pro Tag (natürlich immer abhängig von dem was man so tut). Man kann je nach Budget mit ca. 15€ Unterkunft, 15€ Essen, 6€ Boot… etc. pro Tag rechnen. Wobei eine Mahlzeit im Restaurant auch schnell mal über 10€ kosten kann. Mit dem Bier ist man hier für etwa 2€ dabei.

Vor Allem die Fahrerei mit dem Boot summiert sich doch auf. Besonders wenn man mehrmals am Tag irgendwo hinfährt oder auch mal zu weiter entfernten Inseln fahren möchte. Eine Fahrt kostet je nach Entfernung ca. 3-15€.

Sonstige Aktivitäten

 Auf Bocas gibt es viel zu erleben. Besonders Natur-Liebhaber kommen auf ihre Kosten. Bocas ist super zum Surfen, Tauchen, Schnorcheln oder einfach zum Abhängen am Strand mit einem kühlen Drink.

Man kann die umliegenden Inseln erkunden und zum Beispiel auf Bastimentos am Wizard Beach oder auf Zapatillas wunderschöne weiße Sandstrände mit Palmen bewundern.

Cool ist auch ein Ausflug zum Redfrog Beach in dessen Nähe mal klitzekleine rote und gelbe Frösche mit schwarzen Punkten bestaunen kann. Diese sind allerdings nicht direkt am Strand zu finden sondern im Dschungel an dessen südlichen Ende. Am besten läuft man zu Fuß von Wizard Beach immer den Strand entlang, geht kurz 300m in den Dschungel, wenn es nicht mehr weiter geht und dann links. Bevor man dann den Redfrog Beach erreicht wird man die kleinen roten Frösche sehen. So erspart man sich auch den „Eintritt“ in den Park und die Bootsfahrt.

Geil ist das Blue Coconut! Dies ist eine Chill-Out Location an einem Stelzenhaus direkt am Wasser auf Isla Solarte. Einfach dem Wassertaxis sagen, dass man zur Blue Coconut möchte und er wird schon wissen wohin. Hier kann man mit seinen Leuten in der Sonne abhängen, am oder im Wasser hervorrangende Margaritas schlürfen, in den Hängematten im Wasser chillen, Schnorcheln, Standup-Padleboard fahren und und und! Eine tolle Location mit einer super Atmosphäre. Besonders die zwei Hunde hier tragen zur Belustigung bei. Ich hab meine letzten zwei Tage in Bocas in der Blue Coconut verbracht.

Außderdem gibt es natürlich zahlreiche Touren, um die Umgebung zu erkunden. Cool sind wohl die Jungle-Tour und die Bat-Caves auf Bastimentos. Hier kann man in einer kleinen Gruppe mit einem lokalen Guide den Dschungel bzw. die Fledermaushöhlen erkunden.

Das ist sicher noch nicht alles aber verschafft dir einen kleinen Überblick.

Fazit

Bocas ist zwar kein Geheimtipp mehr aber immer noch eine tolle Surf- und Reisedestination. Man kann auf den umliegenden Inseln wie Bastimentos noch unberührte Natur erleben und gut sehen, wie die Einheimischen hier leben. Wenn man zur richtigen Zeit da ist, kann das Surfen der Hammer sein! Das Klima, die Menschen und die Natur machen einen Trip nach Bocas zu einer echt karibischen Surf- bzw. Reiseerfahrung. Daher kann ich Bocas nur empfehlen.

3 Gedanken zu “Bocas del Toro: das karibische Surf-Mekka Panama’s

  1. Toller Schnitt im Video. Gefällt mir gut. Das Barrel war doch fast sichtbar im Video. War sicher ein tolles Erlebnis. Hier in Berlin zeigt sich der Frühling von seiner besten Seite, wenigstens heute. Alles Gute und beste Grüße an den Surfmaster.

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